Samstag, 13. Juli 2019

Business-Trend digitale Assistenten: Datentransparenz und gute Erziehung als Schlüssel zum KI-Erfolg

eco-Umfrage zeigt: Über ein Viertel der Deutschen nutzt bereits digitale Sprachassistenten

 

 

Digitale Sprachassistenten sind beliebt: Über ein Viertel (27,3 Prozent) der Deutschen nutzt bereits digitale Helfer wie Google Assistant, Amazon Alexa, Siri oder Cortana. 5,7 Prozent der Deutschen haben ihre smarten Lautsprecher dabei sogar mehrmals täglich im Einsatz – so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.* 

 

„Digitale Sprachassistenten unterstützen uns in allen Lebenssituationen immer stärker und werden darin auch immer besser – ob zuhause, im Auto oder im Job“, sagte Dr. Bettina Horster, Leiterin der Kompetenzgruppe IoT im eco Verband und Vorstand VIVAI Software AG auf den IoT Business Trends am 2. Juli, dem jährlichen Get-together der IoT-Branche in Düsseldorf. 

 

Das riesige Entwicklungspotenzial für Unternehmen und Gesellschaft könne sich aber langfristig nur entfalten, wenn die Anbieter ihre Hausaufgaben machten, so Horster, dazu zählten beispielsweise auch die Umsetzung hoher Datenschutz- und Sicherheits-Standards. 

 

Datenschutz als wichtigste Grundvoraussetzung für alle Services rund um Sprachassistenten

Tatsächlich ist die Angst vor dem Missbrauch der eigenen Daten für die Deutschen im Moment noch das wichtigste Argument (41,9 Prozent), um auf digitale Sprachassistenten zu verzichten. Bedenken haben viele Menschen auch bezüglich eines möglichen Missbrauchs der Sprachassistenten durch Dritte (12,5 Prozent) sowie eine mögliche Überwachung und staatliche Strafverfolgung (11,1 Prozent). „Wenn es den Anbietern gelingt, mit nachweislich hohen Sicherheitsstandards die Bedenken der Menschen auszuräumen, dann werden auf der Basis digitaler Sprachassistenten auch zahlreiche neue Services für Unternehmen entstehen“, sagt Horster. „Digitale Sprachassistenten werden die Zusammenarbeit im Unternehmen, jedoch auch mit Kunden und Partnern nachhaltig verbessern.“
Die Anbieter und Betreiber von Systemen der künstlichen Intelligenz seien hier gefragt, die Arbeitsweise ihrer Dienste und Produkte nachvollziehbar zu kommunizieren. Anwendern und Betroffenen muss verständlich gemacht werden, wie eine künstliche Intelligenz arbeitet, warum die Systeme eine Empfehlung oder Entscheidung in einer bestimmten Situation und Form treffen und welche Daten verarbeitet und gegebenenfalls generiert werden. Nur so sei sichergestellt, dass künstlich intelligente Services breite gesamtgesellschaftliche Akzeptanz finden können. Eine Forderung, die der eco Verband der Internetwirtschaft auch bereits in den Leitlinien zum Umgang mit künstlicher Intelligenz aufgestellt hat.
Sprachassistenten können mehr
Bislang setzen die Menschen digitale Sprachassistenten jedoch noch hauptsächlich dafür ein, um Informationen im Netz zu finden (32,4 Prozent). Auch um Musik zu hören, im Auto zu navigieren oder sich an Termine erinnern zu lassen, sind virtuelle Assistenten gefragt. Tatsächlich können die Geräte heute aber schon viel mehr wie etwa Anwendungen in der Pflege zeigen: Dort helfen sie älteren Menschen dabei, länger in den eigenen vier Wänden zu leben – ein Ziel der Initiative Smart Service Power. Auch im Auto sorgen Sprachassistenten für mehr Komfort, in dem sich Funktionen per Stimme steuern lassen.
Eine zukünftige KI-Einsatzmöglichkeit in der mittelständischen Wirtschaft beschrieb Andreas Weiss, Geschäftsbereichsleiter Digitale Geschäftsmodelle im eco Verband: Das Projekt Service-Meister soll mit intelligenten Algorithmen dafür sorgen, dass sich Anlagen einfacher warten und verfügbar halten lassen. Dazu entwickelt Service-Meister eine offene Plattform, die das Expertenwissen von Wartungs- und Servicetechnikern skalierbar machen soll.
KI braucht menschliche Intelligenz für ihre nächsten Entwicklungsschritte
Welche weiteren Entwicklungsschritte zukünftig wahrscheinlich sind, das skizzierte Prof. De Kai Wu von den Universitäten in Hong Kong und Berkeley. „KI-Anwendungen von heute sind nicht mehr nur regelbasiert, sie setzen stattdessen auf maschinelles Lernen und neuronale Netze“, sagt der führende Computerlinguist. Da KI-Algorithmen vor allem von uns lernten, seien sie von menschlicher Erziehung abhängig. Denn: „Wir alle sind die Trainingsdaten“, sagt Prof. De Kai Wu. „Unser Verhalten beeinflusst, wie sich eine KI entwickelt. Zu einem nachhaltigen und lebenswerten Planeten gehört daher auch ein verantwortungsbewusster Umgang mit Technologien und Werkzeugen, wie sie uns die KI-Ära ermöglichen wird.“
Weitere Informationen:
Zentrale Herausforderungen und Lösungen künstlicher Intelligenz diskutiert eco mit den Vordenkern und Impulsgebern aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sowie Betreibern digitaler Infrastrukturen und Dienste beim eco Kongress FAST. FORWARD. FUTURE. Mit künstlicher Intelligenz das Internet der Zukunft gestalten, am 21. November 2019 in Köln. Weitere Infos zu Programm und Anmeldung zum eco Kongress.

 

Freitag, 7. Juni 2019

Bürohund macht attraktiv

Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. setzt sich für mehr Bürohunde ein

 

Bildnachweis: © TASSO.e.V.

 
Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. In vielen Bereichen buhlen Arbeitgeber längst verzweifelt um die Gunst der Bewerber. Auch der Einsatz für die Bindung qualifizierter Mitarbeiter an das Unternehmen steigt stetig. Längst geht es nicht mehr nur um gute Bezahlung, sondern auch um gute Rahmenbedingungen und ein angemessenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. Die Arbeitgeberattraktivität ist somit ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, kennt einen Faktor, der in dieser Rechnung einen Unterschied machen könnte: Büroschnauzen.

Die Vorteile, die Hunde im Büro bringen können, sind mittlerweile hinreichend bekannt: Sie wirken entspannend und fördern das soziale Miteinander. So haben die Kollegen beispielsweise ein unverfängliches Smalltalk-Thema bei Begegnungen im Aufzug oder an der Kaffeemaschine. Streichel-, Spiel- und Spaziergeh-Pausen führen dazu, dass die Mitarbeiter sich häufiger bewusst entspannen und bewegen und anschließend konzentrierter weiterarbeiten können. Beim Streicheln wird das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet. Das hilft dabei, Stress zu reduzieren. Bürohunde machen nicht nur ihre Halter glücklich, sondern auch die Kollegen, die von der gelösten Stimmung profitieren, bei Spaziergängen dabei sind und ebenfalls Streicheleinheiten verteilen.

Daher ist TASSO überzeugt: Büroschnauzen können ein wichtiger Faktor im harten Wettbewerb um Spitzenkräfte sein. „Viele Menschen entscheiden sich sicher eher für einen Job, zu dem sie ihren Vierbeiner mitbringen dürfen“, ist TASSO-Leiter Philip McCreight sicher. „Wir bei TASSO machen seit mehr als 35 Jahren gute Erfahrungen mit unseren Bürohunden. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Teams und nicht mehr wegzudenken.“

Auch wenn TASSO überzeugt ist, dass Hunde im Büro unzählige Vorteile bringen, müssen natürlich trotzdem im Sinne der Tiere und Menschen einige Grundregeln beachtet werden:

  • Der Arbeitsplatz muss geeignet sein. Der Hund darf beispielsweise nicht mit in eine Fabrik, in der es laut und gefährlich ist. Lebensmittelverarbeitende Betriebe sind ebenfalls tabu. Weiterhin sollte nicht zu viel Trubel herrschen. Ein überfülltes Kaufhaus ist zum Beispiel keine gute Umgebung für den Vierbeiner.
  • Kollegen und Vorgesetzte müssen einverstanden sein. Auch wenn ein Kollege ein Problem mit der Anwesenheit eines Hundes hat – beispielsweise allergiebedingt – muss darauf Rücksicht genommen werden.
  • Ein eigener Platz. Dem Hund darf es an nichts fehlen. Dazu gehört ein Rückzugsort. Weiterhin braucht der Hund auch auf der Arbeit immer Zugang zu frischem Wasser und regelmäßige Spaziergänge und gelegentliche Spielpausen.
  • Auch muss sich der Vierbeiner am Arbeitsplatz wohlfühlen. Er sollte keine Angst vor Menschen haben oder Aggressionen zeigen. Ein gewisser Grundgehorsam ist ebenfalls Voraussetzung. Den idealen Begleiter für das Büro zeichnet zudem ein ruhiges und freundliches Gemüt aus.
  • Zurückhaltung ist angesagt. Die Büroschnauze sollte friedlich auf ihrem Platz bleiben können und nicht im Büro umher laufen und Kollegen von der Arbeit abhalten. Es ist wichtig, dass der Hundehalter hier ein vorbildliches Verhalten zeigt, damit es langfristig im Sinne der Hunde und ihrer Vorteile für das Team nicht zu Ärger mit anderen kommt. Dazu gehört es auch, dass das Tier selbstverständlich sauber ins Büro kommt und seine Anwesenheit niemanden beeinträchtigt.

Sonntag, 26. Mai 2019

Der Mittelstand als Jobmotor

So halten mittelgroße Unternehmen das Schwungrad der Wirtschaft am Laufen


Foto: djd/BVR/thx

In Deutschland spielt der Mittelstand für Wachstum und Wohlstand eine wichtige Rolle.


(djd). In Zeiten des Fachkräftemangels in vielen Bereichen der Wirtschaft können sich gut ausgebildete Menschen heute den Arbeitgeber aussuchen. Bei der Wahl spielen viele Faktoren eine Rolle. Nicht nur die Bezahlung, sondern auch das Arbeitsklima, die Perspektiven und das Umfeld des Arbeitsplatzes müssen stimmen. Und hier punktet häufig der Mittelstand mit seinen wenigen Hierarchiestufen, Mitarbeiter können relativ schnell Verantwortung übernehmen und die Firma an entscheidender Stelle mitgestalten. Aktuelle Zahlen belegen, dass die Bedeutung des Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft tatsächlich weiter zugenommen hat.

Mittelständische Unternehmen sorgen für Job-Boom


Dem "KfW Mittelstandsatlas 2018" zufolge stellen die rund 3,7 Millionen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland 99,95 Prozent des gesamten Unternehmensbestandes. Sie seien daher auch eine tragende Säule des deutschen Arbeitsmarktes, zuletzt waren mit fast 31 Millionen erwerbstätigen Personen so viele Menschen in diesen Firmen beschäftigt wie nie zuvor.

"Im Vergleich zu vielen anderen Ländern weltweit ist in Deutschland der Mittelstand für Wachstum und Wohlstand extrem wichtig", betont auch Dr. Andreas Martin vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Für den Mittelstand gehören zum Beispiel die Genossenschaftsbanken zu den typischen Finanzierungspartnern, die das Schwungrad am Laufen halten. Martin zufolge gibt es in Deutschland deshalb auch eine kontinuierliche Kreditvergabe: "Die Unternehmen kommen an Kredite heran, können investieren und Arbeitsplätze schaffen." Mit ihren über 11.100 Bankstellen sind die 915 Genossenschaftsbanken bundesweit in Stadt und Land verbreitet. Gut jedes zweite aller rund 1.600 in Deutschland tätigen Geldinstitute ist somit eine Volksbank oder Raiffeisenbank. "Die Genossenschaftsbanken stellen nicht nur in den großen städtischen Zentren, sondern verteilt über das ganze Land ein flächendeckendes Kreditangebot dar", betont Dr. Andreas Martin.

Stimmung so gut wie nie zuvor


Dass die Stimmung im deutschen Mittelstand so gut ist wie nie zuvor, belegt auch die Studie "Mittelstand im Mittelpunkt", erstellt vom BVR und der DZ Bank. Demnach bewerteten 92 Prozent der mittelständischen Unternehmen im Frühjahr 2018 ihre aktuelle Lage mit "gut" oder "sehr gut". Das ist der höchste Wert seit dem Start der Umfrage im Jahr 1995. Die insgesamt positive Stimmung setzt sich fort, wenn es um die kurzfristigen Erwartungen für die nächsten Monate geht. Zum Zeitpunkt der Studie plante fast jedes dritte der mittelständischen Unternehmen, in den nächsten sechs Monaten seinen Personalbestand auszubauen.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Unternehmen haben keine Zeit für Startups

Zwei Drittel der etablierten Unternehmen arbeiten nicht mit Startups zusammen



Startups entwickeln sich auch außerhalb der Digitalwirtschaft immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für etablierte Unternehmen. Mehr als jedes vierte deutsche Unternehmen ab 20 Mitarbeitern (27 Prozent) gibt aktuell an, dass aufstrebende Startups seine Marktstellung gefährden. Vor zwei Jahren waren es erst 18 Prozent. Dennoch arbeiten zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) aktuell nicht mit Startups zusammen. Aber 63 Prozent schließen dazu Partnerschaften mit IT-Spezialisten. Rund jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) setzt dazu auf eine Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen aus der eigenen oder anderen Nicht-Digital-Branchen. 

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 606 Unternehmen aus allen Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Startups sind nicht nur besonders innovationsstark, sie bringen auch frischen Wind in eingefahrene Strukturen und Prozesse. Für etablierte Unternehmen können Startups die entscheidenden Impulse bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle setzen – über alle Branchen hinweg“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Viele Unternehmen tun sich immer noch schwer damit, den digitalen Wandel zu gestalten. Umso wichtiger sind Kooperationen und Partnerschaften zwischen jungen und etablierten Unternehmen, damit deutsche und europäische Unternehmen auf dem Weltmarkt führend bleiben.“

Überraschend sind die Gründe, weshalb Unternehmen auf eine Zusammenarbeit mit Startups verzichten. So gibt jeder zweite der Geschäftsführer (53 Prozent) an, keine Zeit für Startup-Kooperationen zu haben. Vor zwei Jahren lag der Anteil mit 39 Prozent deutlich darunter. Rund drei Viertel (73 Prozent) nennen aktuell als Grund fehlende Kontakte zu Startups. Jeweils 3 von 5 Unternehmen sagen, sie sehen keinen Mehrwert in einer Kooperation mit Startups (59 Prozent) bzw. es gebe kein geeignetes konkretes Projekt (56 Prozent). Nur jedes vierte Unternehmen beklagt fehlende finanzielle Mittel (24 Prozent). Berg: „Wer keine Zeit für eine Zusammenarbeit mit Startups hat, hat offenbar keine Zeit für die Zukunft seines Unternehmens.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 606 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.