Freitag, 7. Juni 2019

Bürohund macht attraktiv

Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. setzt sich für mehr Bürohunde ein

 

Bildnachweis: © TASSO.e.V.

 
Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. In vielen Bereichen buhlen Arbeitgeber längst verzweifelt um die Gunst der Bewerber. Auch der Einsatz für die Bindung qualifizierter Mitarbeiter an das Unternehmen steigt stetig. Längst geht es nicht mehr nur um gute Bezahlung, sondern auch um gute Rahmenbedingungen und ein angemessenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit. Die Arbeitgeberattraktivität ist somit ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes Haustierregister betreibt, kennt einen Faktor, der in dieser Rechnung einen Unterschied machen könnte: Büroschnauzen.

Die Vorteile, die Hunde im Büro bringen können, sind mittlerweile hinreichend bekannt: Sie wirken entspannend und fördern das soziale Miteinander. So haben die Kollegen beispielsweise ein unverfängliches Smalltalk-Thema bei Begegnungen im Aufzug oder an der Kaffeemaschine. Streichel-, Spiel- und Spaziergeh-Pausen führen dazu, dass die Mitarbeiter sich häufiger bewusst entspannen und bewegen und anschließend konzentrierter weiterarbeiten können. Beim Streicheln wird das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet. Das hilft dabei, Stress zu reduzieren. Bürohunde machen nicht nur ihre Halter glücklich, sondern auch die Kollegen, die von der gelösten Stimmung profitieren, bei Spaziergängen dabei sind und ebenfalls Streicheleinheiten verteilen.

Daher ist TASSO überzeugt: Büroschnauzen können ein wichtiger Faktor im harten Wettbewerb um Spitzenkräfte sein. „Viele Menschen entscheiden sich sicher eher für einen Job, zu dem sie ihren Vierbeiner mitbringen dürfen“, ist TASSO-Leiter Philip McCreight sicher. „Wir bei TASSO machen seit mehr als 35 Jahren gute Erfahrungen mit unseren Bürohunden. Sie sind ein wichtiger Teil unseres Teams und nicht mehr wegzudenken.“

Auch wenn TASSO überzeugt ist, dass Hunde im Büro unzählige Vorteile bringen, müssen natürlich trotzdem im Sinne der Tiere und Menschen einige Grundregeln beachtet werden:

  • Der Arbeitsplatz muss geeignet sein. Der Hund darf beispielsweise nicht mit in eine Fabrik, in der es laut und gefährlich ist. Lebensmittelverarbeitende Betriebe sind ebenfalls tabu. Weiterhin sollte nicht zu viel Trubel herrschen. Ein überfülltes Kaufhaus ist zum Beispiel keine gute Umgebung für den Vierbeiner.
  • Kollegen und Vorgesetzte müssen einverstanden sein. Auch wenn ein Kollege ein Problem mit der Anwesenheit eines Hundes hat – beispielsweise allergiebedingt – muss darauf Rücksicht genommen werden.
  • Ein eigener Platz. Dem Hund darf es an nichts fehlen. Dazu gehört ein Rückzugsort. Weiterhin braucht der Hund auch auf der Arbeit immer Zugang zu frischem Wasser und regelmäßige Spaziergänge und gelegentliche Spielpausen.
  • Auch muss sich der Vierbeiner am Arbeitsplatz wohlfühlen. Er sollte keine Angst vor Menschen haben oder Aggressionen zeigen. Ein gewisser Grundgehorsam ist ebenfalls Voraussetzung. Den idealen Begleiter für das Büro zeichnet zudem ein ruhiges und freundliches Gemüt aus.
  • Zurückhaltung ist angesagt. Die Büroschnauze sollte friedlich auf ihrem Platz bleiben können und nicht im Büro umher laufen und Kollegen von der Arbeit abhalten. Es ist wichtig, dass der Hundehalter hier ein vorbildliches Verhalten zeigt, damit es langfristig im Sinne der Hunde und ihrer Vorteile für das Team nicht zu Ärger mit anderen kommt. Dazu gehört es auch, dass das Tier selbstverständlich sauber ins Büro kommt und seine Anwesenheit niemanden beeinträchtigt.

Sonntag, 26. Mai 2019

Der Mittelstand als Jobmotor

So halten mittelgroße Unternehmen das Schwungrad der Wirtschaft am Laufen


Foto: djd/BVR/thx

In Deutschland spielt der Mittelstand für Wachstum und Wohlstand eine wichtige Rolle.


(djd). In Zeiten des Fachkräftemangels in vielen Bereichen der Wirtschaft können sich gut ausgebildete Menschen heute den Arbeitgeber aussuchen. Bei der Wahl spielen viele Faktoren eine Rolle. Nicht nur die Bezahlung, sondern auch das Arbeitsklima, die Perspektiven und das Umfeld des Arbeitsplatzes müssen stimmen. Und hier punktet häufig der Mittelstand mit seinen wenigen Hierarchiestufen, Mitarbeiter können relativ schnell Verantwortung übernehmen und die Firma an entscheidender Stelle mitgestalten. Aktuelle Zahlen belegen, dass die Bedeutung des Mittelstandes für die deutsche Wirtschaft tatsächlich weiter zugenommen hat.

Mittelständische Unternehmen sorgen für Job-Boom


Dem "KfW Mittelstandsatlas 2018" zufolge stellen die rund 3,7 Millionen kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland 99,95 Prozent des gesamten Unternehmensbestandes. Sie seien daher auch eine tragende Säule des deutschen Arbeitsmarktes, zuletzt waren mit fast 31 Millionen erwerbstätigen Personen so viele Menschen in diesen Firmen beschäftigt wie nie zuvor.

"Im Vergleich zu vielen anderen Ländern weltweit ist in Deutschland der Mittelstand für Wachstum und Wohlstand extrem wichtig", betont auch Dr. Andreas Martin vom Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Für den Mittelstand gehören zum Beispiel die Genossenschaftsbanken zu den typischen Finanzierungspartnern, die das Schwungrad am Laufen halten. Martin zufolge gibt es in Deutschland deshalb auch eine kontinuierliche Kreditvergabe: "Die Unternehmen kommen an Kredite heran, können investieren und Arbeitsplätze schaffen." Mit ihren über 11.100 Bankstellen sind die 915 Genossenschaftsbanken bundesweit in Stadt und Land verbreitet. Gut jedes zweite aller rund 1.600 in Deutschland tätigen Geldinstitute ist somit eine Volksbank oder Raiffeisenbank. "Die Genossenschaftsbanken stellen nicht nur in den großen städtischen Zentren, sondern verteilt über das ganze Land ein flächendeckendes Kreditangebot dar", betont Dr. Andreas Martin.

Stimmung so gut wie nie zuvor


Dass die Stimmung im deutschen Mittelstand so gut ist wie nie zuvor, belegt auch die Studie "Mittelstand im Mittelpunkt", erstellt vom BVR und der DZ Bank. Demnach bewerteten 92 Prozent der mittelständischen Unternehmen im Frühjahr 2018 ihre aktuelle Lage mit "gut" oder "sehr gut". Das ist der höchste Wert seit dem Start der Umfrage im Jahr 1995. Die insgesamt positive Stimmung setzt sich fort, wenn es um die kurzfristigen Erwartungen für die nächsten Monate geht. Zum Zeitpunkt der Studie plante fast jedes dritte der mittelständischen Unternehmen, in den nächsten sechs Monaten seinen Personalbestand auszubauen.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Unternehmen haben keine Zeit für Startups

Zwei Drittel der etablierten Unternehmen arbeiten nicht mit Startups zusammen



Startups entwickeln sich auch außerhalb der Digitalwirtschaft immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für etablierte Unternehmen. Mehr als jedes vierte deutsche Unternehmen ab 20 Mitarbeitern (27 Prozent) gibt aktuell an, dass aufstrebende Startups seine Marktstellung gefährden. Vor zwei Jahren waren es erst 18 Prozent. Dennoch arbeiten zwei Drittel der Unternehmen (67 Prozent) aktuell nicht mit Startups zusammen. Aber 63 Prozent schließen dazu Partnerschaften mit IT-Spezialisten. Rund jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) setzt dazu auf eine Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen aus der eigenen oder anderen Nicht-Digital-Branchen. 

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter 606 Unternehmen aus allen Branchen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Startups sind nicht nur besonders innovationsstark, sie bringen auch frischen Wind in eingefahrene Strukturen und Prozesse. Für etablierte Unternehmen können Startups die entscheidenden Impulse bei der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle setzen – über alle Branchen hinweg“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Viele Unternehmen tun sich immer noch schwer damit, den digitalen Wandel zu gestalten. Umso wichtiger sind Kooperationen und Partnerschaften zwischen jungen und etablierten Unternehmen, damit deutsche und europäische Unternehmen auf dem Weltmarkt führend bleiben.“

Überraschend sind die Gründe, weshalb Unternehmen auf eine Zusammenarbeit mit Startups verzichten. So gibt jeder zweite der Geschäftsführer (53 Prozent) an, keine Zeit für Startup-Kooperationen zu haben. Vor zwei Jahren lag der Anteil mit 39 Prozent deutlich darunter. Rund drei Viertel (73 Prozent) nennen aktuell als Grund fehlende Kontakte zu Startups. Jeweils 3 von 5 Unternehmen sagen, sie sehen keinen Mehrwert in einer Kooperation mit Startups (59 Prozent) bzw. es gebe kein geeignetes konkretes Projekt (56 Prozent). Nur jedes vierte Unternehmen beklagt fehlende finanzielle Mittel (24 Prozent). Berg: „Wer keine Zeit für eine Zusammenarbeit mit Startups hat, hat offenbar keine Zeit für die Zukunft seines Unternehmens.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 606 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Mittwoch, 17. April 2019

Willkommen im Zeitalter der Uploadfilter

eco kritisiert Europäisches Urheberrecht


 


Am 15. April hat der EU-Rat final für die europäische Urheberrechtsreform gestimmt. Obwohl bis zuletzt europaweit Demonstrationen gegen die Urheberrichtlinie stattgefunden hatten und viele europäische Länder, wie beispielsweise Schweden, öffentlich Abstand von dem geplanten Gesetz inklusive Europäischen Leistungsschutzrecht und Uploadfilter genommen hatten, hat der Rat mit seiner Entscheidung vorgestern die Urheberechtsreform bestätigt. Dazu sagt eco-Vorstandsvorsitzender Oliver J. Süme: „Das ist ein schmerzhaftes Ende, nach einem langen Kampf für ein Urheberrecht, das dem digitalen Zeitalter gerecht wird. Auch der Europäische Rat hat vorgestern mehrheitlich gegen die Interessen der Nutzerinnen und Nutzer gestimmt. Um den Partikularinteressen von Rechteverwertern und Verlagen einseitig Rechnung zu tragen, wird ein Paradigmenwechsel des Rechtsrahmens der Informationsfreiheit im Internet in Kauf genommen.“

Ein europäisches Urheberrecht einzuführen, das sämtliche Potentiale der digitalen Wirtschaft ignoriere, die Digitalisierung der Gesellschaft und die Entwicklung neuer innovativer Geschäftsmodelle europaweit systematisch ausbremst – nur um traditionelle Industrien und veraltete Geschäftsmodelle zu schützen – sei ein schwerer Rückschlag für die Verwirklichung des europäischen digitalen Binnenmarktes. „Es ist zutiefst enttäuschend, dass nach über zwei Jahren intensiver Diskussion jetzt doch die Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts und der Uploadfilter bevorsteht. Die fehlgeleitete Novellierung des europäischen Urheberrechts ist ein herber digitalpolitischer Rückschritt und der Filterung auch anderer Inhalte wird damit Tür und Tor geöffnet“, so Süme weiter.

Die Richtlinie wird das Gegenteil dessen erreichen, was wiederholt als ihr Ziel ausgegeben wurde: Statt der eigentlichen Urheber werden die großen Plattformen sowie die großen Verwertungsgesellschaften und Presseverleger profitieren. Uploadfilter und das Leistungsschutzrecht werden nicht nur die Beiträge auf Facebook, Youtube und Twitter einschränken, sondern vielmehr auch jedes Start-Up im Internet vor beträchtliche Hürden stellen. Kleine Unternehmen werden ihre Dienste einschränken, oder künftig Technologien einkaufen müssen, die sich nur die Großen in der Entwicklung leisten können. Es wird zu einer Überfilterung kommen, weil im Zweifel mehr als notwendig blockiert wird, um Haftungen zu entgehen. Anbieter und Nutzer werden weiterhin einem Haftungsrisiko unterliegen und sich regelmäßig Freigaben erstreiten müssen, so die Prognose von eco.

Nationale Umsetzung ohne Uploadfilter


Nach Einschätzung von eco-Verband der Internetwirtschaft e.V. ist Deutschland bei den Verhandlungen um ein Europäisches Urheberrecht zu weit von eigenen Zielvorgaben abgewichen: „Deutschland ist in den Verhandlungen für ein europäisches Urheberrecht buchstäblich umgekippt. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD steht explizit, dass eine Verpflichtung von Plattformen zum Einsatz von Upload-Filtern als unverhältnismäßig abzulehnen ist. Wir bleiben gespannt, wie die Bundesregierung diese von Experten bereits als rechtswidrig kritisierte Idee nun umsetzen will und werden diesen Prozess weiter aktiv begleiten“, so Süme.

Die 19 Kernforderungen des eco Verbands zur Europawahl finden Sie hier.