Samstag, 6. März 2021

Wie können Familienunternehmen den technologischen Wandel für sich nutzbar machen?

Neuer Praxisleitfaden des Wittener Instituts für Familienunternehmen

Die öffentliche Debatte zur Digitalisierung und digitalen Transformation fokussiert sich allzu oft auf rein technologische Aspekte. Der „digitalen Revolution“ liegt allerdings ein allumfassender sozioökonomischer Strukturwandel zugrunde: die Entwicklung der Industrie- zur Wissensgesellschaft. 

Welche Folgen hat dieser Paradigmenwechsel für Wirtschaft und Gesellschaft? Welche Konsequenzen und Herausforderungen ergeben sich daraus speziell für Familienunternehmen? Was können Familienunternehmerinnen und -unternehmer konkret tun, um diese Herausforderungen zu meistern und die mit dem Strukturwandel verbundenen Chancen zu nutzen? 

Diesen und weiteren Fragen widmet sich der aktuelle WIFU-Praxisleitfaden „Familienunternehmen in der digitalen Transformation – Herausforderungen und Erfolgsfaktoren“. 

Die Lektüre macht deutlich, dass sich die für Familienunternehmen typischen traditionellen Verhaltensweisen auch im digitalen Zeitalter als Vorteil erweisen können, und zwar dann, wenn diese mit neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten kombiniert werden. Hierzu zählen die Autoren insbesondere solche Fähigkeiten, die es Mitgliedern von Familienunternehmen ermöglichen, sich neues Wissen anzueignen und darauf basierend etwa neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Darüber hinaus geht es aber auch um die Fähigkeit zur Gefahrenabwehr, indem die organisationale Widerstandskraft des Familienunternehmens gegenüber äußeren Einflüssen gesteigert wird.


„Uns ist es wichtig, Familienunternehmerinnen und -unternehmern nicht nur den Blick auf das große Ganze zu vermitteln, sondern daraus konkret bearbeitbare Kernfragen abzuleiten, die in Familie und Unternehmen bearbeitet werden können“, so Prof. Dr. Marcel Hülsbeck, Co-Autor des Leitfadens und Professor an der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft an der Uni Witten/Herdecke. „Die nächste Generation spielt eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation von Familienunternehmen und unser Praxisleitfaden dient als Hilfestellung für Unternehmerfamilien, dass diese noch besser über Generationen hinweg voneinander und miteinander lernen können“, ergänzt Dr. Leopold von Schlenk-Barnsdorf, ebenfalls Co-Autor.


Alle WIFU-Praxisleitfäden stehen auf der Homepage des WIFU (www.wifu.de/bibliothek) kostenlos zur Verfügung.

Mittwoch, 6. Januar 2021

Was wird 2021 anders? Wichtige Änderungen im Überblick

Gut für Familien

Foto: djd/BVR/Getty Images/Geber86


Familien dürfen sich freuen: Kindergeld und Kinderfreibeträge werden 2021 erhöht,
beim Elterngeld gibt es flexiblere Regeln.

 

(djd). Corona bestimmt auch zum Jahreswechsel die Schlagzeilen weltweit. Der deutsche Staat wird im kommenden Jahr vielen Betrieben unter die Arme greifen müssen, Art und Umfang der Hilfen hängen vom Fortgang der Pandemie ab. Aber auch ganz unabhängig von Corona ändert sich 2021 einiges, der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat wichtige Neuerungen zusammengestellt.

Kindergeld wird erhöht

Ab dem neuen Jahr steigt das Kindergeld um jeweils 15 Euro auf 219 Euro für das erste und zweite Kind, auf 225 Euro für das dritte sowie auf 250 Euro für das vierte und jedes weitere Kind. Der Kinderfreibetrag pro Elternteil beträgt nun 2.730 Euro. Das sind 144 Euro mehr. Der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf beläuft sich auf 1.464 Euro pro Elternteil.

Neue Elterngeld- und Elternzeit-Regeln

Beim Elterngeld wird der sogenannte Partnerschaftsbonus neu geregelt. Eltern erhalten ihn, wenn beide parallel in Teilzeit arbeiten. Künftig können Eltern die Bezugsdauer flexibel zwischen zwei und vier Monaten wählen. Bisher galt eine feste Bezugsdauer von vier Monaten. Zudem wird der Stundenkorridor, in dem Eltern neben dem Bezug von Elterngeld arbeiten können, auf 24 bis 32 Stunden erweitert, bisher waren es 25 bis 30 Stunden.

Neue Grundrente tritt in Kraft

Anspruchsberechtigt für die neue Grundrente ist, wer mindestens 33 Jahre lang gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt hat, aber im Durchschnitt wenig verdient hat – über die gesamte Zeit höchstens 80 Prozent des Jahresdurchschnittsverdienstes. Diese Personen – rund 1,3 Millionen Menschen – erhalten damit einen Zuschlag auf ihre Rente. Er beträgt bis zu 418 Euro im Monat. Ob ein Anspruch auf Grundrente besteht, wird automatisch geprüft.

Beim Online-Einkauf: starke Kundenauthentifizierung erforderlich

Wer beim Online-Shopping mit seiner Mastercard oder Visa-Karte bezahlen will, muss künftig registriert sein. Um Zahlungen noch stärker zu schützen, erhalten Kunden beim Online-Einkauf mit ihrer Kreditkarte eine Nachricht mit den Transaktionsdaten über eine App oder per SMS inklusive der individuellen TAN aufs Smartphone. Die Registrierung erfolgt einfach und kostenlos etwa über die Webseite der Volksbank oder Raiffeisenbank vor Ort oder unter www.sicher-online-einkaufen.de.

Immobilienverkauf: Maklerkosten werden geteilt

Verkäufer einer Immobilie, die einen Makler beauftragen, müssen die Kosten dafür künftig mittragen. Dies regelt das neue Gesetz zur Maklerprovision. Käufer brauchen demnach nur noch maximal die Hälfte der Maklerkosten zu übernehmen.

Sonntag, 22. November 2020

Homeoffice: Provisorium oder Dauerzustand?

 Diese Rechte und Pflichten sollten Arbeitnehmer kennen

 
Foto: djd/AUB/Adobe Stock

(djd). Kein Stau im morgendlichen Berufsverkehr, mehr Eigenverantwortung und mehr Flexibilität bei der Einteilung der Tagesabläufe: Viele Arbeitnehmer haben in den vergangenen Monaten - meist eher unfreiwillig - die Vorteile eines Homeoffice kennengelernt und möchten diese nun nicht mehr missen. Auch die Arbeitgeber ziehen zumeist eine zufriedene Bilanz: In einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation bestätigte die Mehrzahl der 500 befragten Unternehmen positive Erfahrungen, viele planen dauerhaft mit dieser flexiblen Arbeitsform. Gute Gründe also, aus der als Provisorium gedachten Lösung einen Dauerzustand zu machen?

Kein Rechtsanspruch aufs Homeoffice

Habe ich ein Anrecht darauf, von zu Hause zu arbeiten? Diese Frage stellen sich derzeit viele. Einen rechtlichen Anspruch, wie er beispielsweise seit 2015 in den Niederlanden gültig ist, gibt es in Deutschland nicht - noch nicht, denn entsprechende Überlegungen bestehen unter anderem im Bundesarbeitsministerium. Auf der anderen Seite können Chefs auch keine Heimarbeit anordnen, wenn dies nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt ist. "Momentan basiert vieles auf Improvisation und gegenseitigem Goodwill. Gefragt sind daher unternehmensspezifische Lösungen, die, wenn vorhanden, am besten der Betriebsrat mit der Geschäftsführung verhandeln sollte", erklärt Rainer Knoob, Bundesvorsitzender der Arbeitnehmervertretung AUB. Dazu gehöre es unter anderem, klare Regeln zu Tagen und Arbeitszeiten oder zur Erreichbarkeit im Homeoffice festzuschreiben.

Wer zahlt die Ausstattung?

Zudem sind Arbeitsschutzrichtlinien und Datenschutz wichtige Aspekte, die auch bei der Heimarbeit nicht unter den Tisch fallen dürfen. "Genau genommen ist der Arbeitgeber verpflichtet, auch das Homeoffice so auszustatten, dass es den Arbeitsschutzauflagen entspricht", sagt Knoob weiter. Das Arbeiten auf einem wackligen Küchenstuhl bei schlechter Beleuchtung könne jedenfalls kein Dauerzustand sein. Zudem kommen auf Arbeitnehmer höhere Stromkosten zu. Der Tipp der Experten: "Wenn man eigene Arbeitsmittel zur Verfügung stellt, kann man mit dem Chef eine Aufwandspauschale vereinbaren, die monatlich zu zahlen ist." Das sollte am besten im Vorfeld offen angesprochen und geklärt werden. Unter www.AUB.de etwa gibt es mehr Informationen und eine individuelle Beratungsmöglichkeit für Arbeitnehmer. Ein Tipp noch: Die Arbeitszeiten im Homeoffice sollte man tunlichst genau festhalten. Denn die Erfahrung zeigt, dass viele eher mehr arbeiten als vorher. Dabei gelten die Regeln zur Höchstarbeitszeit, zu Ruhepausen und das Verbot von Sonn- und Feiertagsarbeit auch im Homeoffice.