Sonntag, 5. August 2018

Behördengang kostet Bürger im Schnitt fast zwei Stunden

Jeder Zehnte braucht für den Amtsgang sogar mehr als drei Stunden


zum vergrößern auf das Bild klicken


Der Gang aufs Amt stellt viele Menschen in Deutschland auf eine Geduldsprobe. Für ihren letzten Behördentermin haben sie im Schnitt fast zwei Stunden – exakt 114 Minuten – benötigt, inkl. Anfahrt. Das zeigt eine repräsentative Bevölkerungsbefragung von 1.006 Bundesbürgern, darunter 950 Befragte, die eine Behörde besucht haben. 

Ein Drittel der Befragten (34 Prozent), die eine Behörde besucht haben, gaben an, beim letzten Mal bis zu einer Stunde dafür gebraucht zu haben. Jeder Zweite (49 Prozent) benötigte hingegen zwischen zwei und drei Stunden und jeder Zehnte (11 Prozent) drei Stunden und mehr. 

„Deutsche Behörden arbeiten nicht sehr bürgerfreundlich. Viele Menschen müssen sich extra Urlaub nehmen, um Behördengänge zu erledigen. Für diese Bürger heißt es dann Amt statt Strand“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Ziel muss sein, den Amtsgang möglichst ganz abzuschaffen. Vorbild für Deutschland könnte in dieser Hinsicht Dänemark sein. Dort gibt es längst digitale Bürgerämter, sodass man das meiste einfach online von zu Hause aus erledigen kann. Die Digitalisierung der Verwaltung ist neben dem Aufbau von Gigabitnetzen die Grundlage für ein digitales Deutschland.“


Weitere Ergebnisse aus der Umfrage stellt der Bitkom gemeinsam mit dem Nationalen Normenkontrollrat auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 19. September im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin vor.

Neue Veranstaltung will Digitalisierung der Verwaltung beschleunigen


Um die Digitalisierung der Verwaltung und öffentlicher Dienstleistungen zu beschleunigen, wird derzeit eine neue Veranstaltung aufgebaut, die Smart Country Convention. Sie wird vom Digitalverband Bitkom in Zusammenarbeit mit der Messe Berlin durchgeführt. Das dreitägige Event findet erstmals vom 20. bis 22. November 2018 im CityCube Berlin statt und bringt alle relevanten Vertreter von Verwaltungen, Politik, Digitalwirtschaft, Verbänden und Wissenschaft zusammen. 

Die Smart Country Convention ist eine Kombination aus Kongress, Workshops, Weiterbildungsveranstaltungen und Ausstellung. Dabei geht es sowohl um die digitale Verwaltung als auch um die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Sicherheit, Abfall, Wasser, Bildung, Gesundheit und Wohnen. Sie richtet sich ebenso an den Bund wie an Vertreter von Ländern und Gemeinden. Bis zum 31. August sind Tickets kostenlos, 

Alle Informationen zur Smart Country Convention gibt es auf 


Hinweis zur Methodik: 
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.006 Bundesbürger ab 14 Jahren online befragt. Die Fragestellung lautete „Denken Sie an Ihren letzten Behördengang wie Ummeldung, KFZ-Anmeldung oder eine Ausweisbeantragung. Wieviel Zeit haben Sie für diesen Behördengang aufgewendet? Bitte berücksichtigen Sie dabei An- und Abreise, Wartezeit und die Dauer der Vor-Ort-Bearbeitung.“ Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Sonntag, 15. Juli 2018

Im Gründungsgeschehen ist endlich wieder Bewegung

DIHK-Report zeigt aber Defizite bei der Digitalisierung


Im deutschen Gründungsgeschehen mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende zum Positiven. Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in seinem aktuellen Report feststellt, stieg in immerhin 32 von 79 IHK-Regionen die Zahl der persönlichen Gespräche mit Gründungsinteressierten.

"Sieben Jahre lang sah es schlecht aus bei Existenzgründungen in Deutschland", berichtete DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der Tageszeitung "Die Welt" von den Ergebnissen der Untersuchung, "– nun ist endlich wieder Bewegung im Gründungsgeschehen."

Der DIHK-Gründerreport basiert auf den Erfahrungsberichten der Existenzgründungsberater aus den 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) und einer statistischen Auswertung zum IHK-Gründerservice.

Insgesamt fußt die Untersuchung in diesem Jahr auf rund 200.000 IHK-Kontakten mit angehenden Unternehmerinnen und Unternehmern.


Offenbar macht die gute Konjunktur neugierig auf unternehmerische Selbstständigkeit


Und die werden häufiger: "Die IHKs verzeichnen bundesweit mehr Zulauf zu ihren Gründertagen", sagte Wansleben. "Zudem informieren sich wieder mehr Menschen vor Ort in ihren IHKs über Möglichkeiten zur Existenzgründung." Offenbar mache die gute Konjunktur neugierig auf unternehmerische Selbstständigkeit, so sein Eindruck.

Allerdings: "Dort, wo sich der Gründungsgedanke konkretisiert, zeigen die Zahlen leider insgesamt weiter nach unten." Erneut habe es weniger persönliche Kontakte zur eigentlichen Existenzgründung gegeben. "Hier ist jetzt die Politik am Zug", forderte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

"Gründerinnen und Gründer brauchen dringend in ganz Deutschland schnelles Internet, weniger Bürokratie, zentrale Anlaufstellen für Behördengänge und E-Government auch in ländlichen Regionen." Insbesondere in punkto Digitalisierung gebe es – trotz einer wachsenden Start-up-Szene – noch Luft nach oben, mahnte er. Projekte aus Dienstleistungsbranchen, Verkehr und Handel hinkten teils deutlich hinterher.

"Mit mehr als 180.000 Gesprächen jährlich unterstützen die IHKs Gründerinnen und Gründer auch bei Fragen zur Digitalisierung", so Wansleben. "Die Bundesregierung sollte jetzt mit hohem Tempo daran gehen, ganz Deutschland mit raschem Internet auszustatten, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen. Nur so schaffen wir heute die Grundlage dafür, Deutschland fit für Start-ups und den innovativen Mittelstand von morgen zu machen."

Sie finden den DIHK-Gründerreport 2018 hier zum Download.

Sonntag, 17. Juni 2018

eco Verband: Brückenteilzeit fördert New Work

eco Verband sieht Vorteile für Unternehmen, die befristete Teilzeitmodelle heute schon anbieten



Firmen, die zur Lebenssituation passende Arbeitszeitkonzepte anbieten, sind für junge Talente attraktiver und können diese länger ans Unternehmen binden. Entsprechend haben Arbeitgeber, die diese Möglichkeit in New Work Arbeitsmodellen anbieten, einen Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung von neuen Mitarbeitern und Kompetenzen. 

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Brückenteilzeit passt damit zu digitalen Arbeitskonzepten. Der Wechsel der Arbeitszeit – von der Vollzeit in die Teilzeit und wieder zurück in die Vollzeit – ist mit der Digitalisierung zudem einfacher: Arbeitszeiten und Arbeitsorte lassen sich flexibel wählen und so die Arbeit flexibler an die jeweilige Lebenssituation anpassen.

Beruf und Familie vereinbaren


„Unternehmen sind für Fachkräfte attraktiver, wenn die nach einer befristeten Teilzeit wieder zur alten Arbeitszeit zurückkehren können“, sagt Lucia Falkenberg, CPO (Chief People Officer) im eco Verband und Leiterin der Kompetenzgruppe New Work. 

Insbesondere bei der Suche nach Fachkräften wie Programmierern hilft es, befristete Teilzeitmodelle anzubieten. „Die Menschen bevorzugen Arbeitsumfelder, die Familie und Beruf miteinander vereinbar machen und eine sichere Zukunftsperspektive bieten.“ Auch weibliche Fachkräfte zu gewinnen ist einfacher, wenn diese nicht fürchten müssen, in der Teilzeitfalle zu landen.

Teilzeit gehört zu neuer Arbeitskultur


Die Brückenteilzeit bietet zudem Raum für Fortbildungen und unterstützt so das Prinzip des lebenslangen Lernens. Das motiviert Mitarbeiter und hilft ihnen, die eigenen Ziele im Job zu erreichen. 

Immer neueren Vorschriften und gesetzlichen Regelungen erteilt der eco Verband jedoch eine Absage. „Wir brauchen nicht mehr Gesetze, sondern den Rahmen für die Flexibilität, die in der neuen Arbeitswirklichkeit gelebt wird“, betont Falkenberg. Wer offen ist für den Wandel der Arbeit durch die Digitalisierung und die Veränderungen mitträgt, der profitiert von zufriedeneren Mitarbeitern. Die Brückenteilzeit leistet so einen Beitrag zum Unternehmenserfolg.“

Samstag, 9. Juni 2018

Tschüss Fax?

Unternehmen setzen auf digitale Kommunikation




Das Fax war lange Dauerbrenner im Büroalltag, wird aber immer weniger genutzt – denn deutsche Unternehmen kommunizieren zunehmend digital. So verwenden aktuell nur noch sechs von zehn Unternehmen (62 Prozent) das Faxgerät häufig zur internen oder externen Kommunikation. Das ist ein deutlicher Rückgang um 17 Prozentpunkte in nur zwei Jahren. 

Laut Digitalverband Bitkom waren es 2016 noch acht von zehn (79 Prozent) Unternehmen, die häufig per Fax mit Kunden, Mitarbeitern oder Geschäftspartnern kommunizierten. Für die neuen Zahlen hat Bitkom 1.106 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern repräsentativ befragen lassen. „Das analoge Fax hat langsam ausgedient. Die Unternehmen gehen mit der Zeit und haben erkannt, dass digitale Kommunikation den Büroalltag schneller, einfacher und flexibler macht“, sagt Jürgen Biffar, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs Enterprise Content Management im Bitkom. 

Eine Alternative zum Fax ist die digitale Signatur. Deren Vorteile sind umfangreich, denn sie sorgt dafür, dass Prozesse, die einer Unterschrift bedürfen, durchgängig elektronisch gestaltet werden können. Die digitale Signatur nutzen inzwischen 13 Prozent der Unternehmen, weitere 8 Prozent planen sie in den kommenden zwölf Monaten einzuführen.

Onlinemeetings und Videokonferenzen holden auf


Über E-Mail korrespondieren alle Unternehmen häufig (2018 und 2016: 100 Prozent), aber auch andere digitale Kommunikationskanäle holen auf. Beliebter werden vor allem Onlinemeetings und Videokonferenzen, die fast jedes zweite Unternehmen häufig einsetzt (47 Prozent, 2016: 40 Prozent). Mehr als jede dritte Firma (38 Prozent) verfügt inzwischen über ein Mitarbeiter- oder Kundenportal, über das häufig kommuniziert wird. 2016 tauschte sich erst jedes vierte Unternehmen (28 Prozent) häufig darüber aus.

Während Smartphones im privaten Umfeld das bei weitem wichtigste Kommunikationsmittel darstellen, nutzt erst jedes zweite Unternehmen (51 Prozent, 2016: 51 Prozent) Handys oder Smartphones häufig zur internen oder externen Kommunikation. Mehr als jedes dritte Unternehmen (38 Prozent) setzt dabei auch auf Kurznachrichten-Dienste oder Messenger-Apps. Wichtiger werden soziale Netzwerke. Während 2016 erst jedes siebte Unternehmen (15 Prozent) über soziale Netzwerke kommunizierte, ist es heute bereits jedes vierte (25 Prozent). 13 Prozent der Unternehmen nutzen daneben häufig Chatbots für die digitale Kommunikation mit Kunden. 5 Prozent kommunizieren mittlerweile über Unternehmens-Blogs oder Mikroblogging-Dienste mit Mitarbeitern, Geschäftspartnern oder Kunden.

Im Rahmen einer Pressekonferenz auf der Cebit wird Bitkom den neuen Digital Office Index vorstellen. Er zeigt aktuelle Zahlen zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen und ermittelt den Digitalisierungsgrad von Büro- und Verwaltungsprozessen in deutschen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern. Die Pressekonferenz findet am 12. Juni 2018 um 11 Uhr im Convention Center (CC), Saal 12 auf dem Messegelände Hannover statt.


Auf der Cebit 2018 ist Enterprise Content Management zentrales Thema in der Halle 15. Der Besuch in der Bitkom Digital Office Area (Stand E20) bietet die Gelegenheit, verschiedene Anbieter und Hersteller von ECM-Lösungen zu treffen und sich über ihre neuesten Lösungen zur Digitalisierung von Geschäftsprozessen zu informieren. Weitere Informationen zum Bitkom-Kompetenzbereich ECM und den Messeaktivitäten gibt es unter 
.


Geschäftsführer und IT-Verantwortliche aus mittelständischen Unternehmen können sich am 19. September in Düsseldorf auf der vom Bitkom zum zweiten Mal veranstalteten „Digital Office Conference“ über die Top-Trends rund um das digitale Büro informieren. Es geht um die Themen Arbeit 4.0, die Digitalisierung von Kundenservices, Verwaltungs- und Finanzprozessen sowie von Produktions- und Stammdatenprozessen. Alle Informationen zur Digital Office Conference unter https://www.office-conference.com/ 



Hinweis zur Methodik: Die Angaben basieren auf dem Bitkom Digital Office Index 2018, einer repräsentativen telefonischen Unternehmensbefragung, die 
Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. 

Dabei wurden Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und IT-Leiter von 1.106 Unternehmen aller Branchen mit einer Größe ab 20 Mitarbeitern in Deutschland befragt. Die Fragestellung lautete: „Wie häufig kommen die folgenden Kommunikationskanäle für die interne und externe Kommunikation in Ihrem Unternehmen zum Einsatz?“