Dienstag, 27. Juli 2021

Unerwünschte Zugriffe auf das Smartphone verhindern

eco Verband gibt 7 Tipps




Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter, selbst im Urlaub am Strand oder See, und daher in vielen Situationen gefährdet. Auch aus der Ferne sind illegale Zugriffsversuche möglich. Die Spionage-Software Pegasus hat eindrucksvoll bewiesen, wie Sicherheitslücken ausgenutzt werden können, um heimlich Software zu installieren und anschließend die Kommunikation auf dem Smartphone zu überwachen. Wer sein Handy aktiv vor fremden Zugriffen schützt, der minimiert das Risiko, dass Bilder, Kontakte und Zugangsdaten zu Banking und Shopping-Portalen in falsche Hände gelangen.

Der eco Verband gibt 7 Tipps, die jeder Smartphone-Besitzer beherzigen sollte, um unerwünschte Zugriffe zu unterbinden. „Die Fülle an persönlichen Daten in einem Gerät macht das Smartphone für Cyberkriminelle zu einem immer beliebteren Zielobjekt ihrer Angriffsversuche. Die Sicherheit des Gerätes sollte daher jeder Nutzer aktiv überprüfen. Im Falle eines tatsächlichen Verlustes werden Sie sich selbst dankbar sein, rechtzeitig vorgesorgt zu haben“, sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V.

  1. Richten Sie eine Displaysperre ein. Fast alle Handys sind ab Werk bereits durch eine SIM-Sperre geschützt, die beim Anschalten nach Ihrer PIN für die SIM-Karte fragt. Das sollten Sie unbedingt beibehalten und zusätzlich eine Display-Sperre aktivieren, die sich mit einem anderen Code oder biometrisch per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung lösen lässt.
  2. Installieren Sie Updates! Die Anbieter veröffentlichen regelmäßig Updates fürs Betriebssystem oder die installierten Apps. Installieren Sie diese zeitnah, denn mit den Aktualisierungen werden meist nicht nur neue Funktionen, sondern auch wichtige Sicherheitsupdates mitgeliefert. Aktivieren Sie automatische Updates für Ihre Apps im App Store, nur über WLAN um Daten zu sparen, um Ihre Anwendungen automatisch aktuell zu halten.
  3. Machen Sie Backups! Schützen Sie sich vor Datenverlust, indem Sie alle Fotos, Videos, Kalenderdaten und Kontakte online speichern. Es gibt viele Anbieter, die das für Sie übernehmen, beispielsweise iCloud, Google Drive oder OneDrive. Dies können Sie je nach Anbieter unter Einstellungen / Sichern und Wiederherstellen konfigurieren.
  4. Laden und nutzen Sie nur Apps aus den offiziellen App-Stores, etwa dem Google Play oder dem Apple App Store. Apps von unbekannten Webseiten enthalten möglicherweise Schadcode. Folgen Sie keinen Links in einer E-Mail oder einer anderen Nachricht, der sie zu einem App-Download führt. Stattdessen suchen Sie besser manuell im offiziellen App-Store nach der Anwendung und installieren Sie sie von dort. Unterbinden Sie in den Einstellungen auf Ihrem Handy die Installation von Apps unbekannter Herkunft.
  5. Prüfen Sie in den App-Stores vorab, welche Berechtigungen – beispielsweise Zugriff auf Kontakte, Kamera oder Standort – die App braucht. Viele Apps sammeln mehr Daten, als auf den ersten Blick nötig erscheint. In den Einstellungen des Smartphones lassen sich die Berechtigungen auch nach der Installation einschränken.
  6. Verschlüsseln Sie Ihr Smartphone, damit im Falle eines Geräteverlustes Daten nicht in fremde Hände fallen. Neuere Betriebssysteme verschlüsseln die Nutzerdaten auf dem Smartphone automatisch, um Mails, Kontakte, Fotos, Downloads oder Zugangsdaten zu schützen. Ältere Smartphones lassen sich in den Einstellungen manuell verschlüsseln. Prüfen Sie auch, ob die Daten auf der SD-Karte im Gerät verschlüsselt sind.
  7. Seien Sie vorsichtig in offenen WLANs. In einem offenen WLAN surfen Sie zwar kostenlos, es ist aber auch relativ einfach, Ihren Datenverkehr zu belauschen. Verzichten Sie in offenen WLAN auf Homebanking und auf alle Dienste, bei denen Sie sich einloggen müssen wie Amazon oder Mail.

Freitag, 18. Juni 2021

Verreisen in tierischer Begleitung

TASSO e.V. gibt Tipps für die Urlaubsplanung


© TASSO e.V.

Sulzbach/Ts., 17. Juni 2021 – Sommer, Sonne, Urlaubsstimmung: Dank sinkender Corona-Zahlen ist Reisen innerhalb Deutschlands sowie im europäischen Ausland wieder weitestgehend möglich. Ob Campingurlaub an der Nordsee oder das Ferienhaus in Österreich, für viele Tierhalter ist es selbstverständlich, dass ihr tierischer Freund sie in den Urlaub begleitet. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, hat die wichtigsten Tipps für eine entspannte Reiseplanung mit Haustier zusammengefasst.

Neue Wanderwege erkunden oder schöne Stunden am See verbringen – ein Urlaub verspricht für Mensch und Tier meist eine gelungene Kombination aus Entspannung und Abenteuern. „Grundsätzlich sind die meisten Hunde tolle Reisebegleiter, sie finden es spannend an der Seite ihrer Familie Neues zu entdecken“, weiß TASSO-Leiter und langjähriger Hundehalter Philip McCreight. Dennoch müssen Urlaubsort sowie die Art der Reise für den Vierbeiner passend sein. Bei langen Flugstrecken, Großstadttrips oder Reisen in sehr heiße Länder ist es nicht unbedingt ratsam, den Vierbeiner mitzunehmen. Auch ein Kletterabenteuer ist für einen Hund eher nicht die richtige Wahl. Dann sind Tierhalter besser beraten ihren tierischen Liebling bei Bekannten oder Verwandten sicher unterzubringen oder ihn in die Obhut einer professionellen Betreuung zu übergeben.

Schutz durch Kennzeichnung und Registrierung

In jedem Fall sollte das Tier spätestens jetzt zur Urlaubszeit kostenlos im Haustierregister von TASSO registriert werden. Ob am Urlaubsort oder zu Hause bei der professionellen Tierbetreuung: Wenn ein Tier entläuft, sind die Chancen, dass es schnell zu seiner Familie zurückkehren kann dann am größten, wenn die Daten des Transponders, den es unter der Haut trägt, zusammen mit den Daten des Tierhalters in der TASSO-Datenbank hinterlegt sind. 

Reisen in tierischer Begleitung – Darauf sollten Tierhalter achten

Sind sowohl die Reiseart als auch der Urlaubsort für den tierischen Begleiter geeignet und die Einreisebestimmungen mit Tier vorab geklärt, steht einem gemeinsamen Urlaub nichts mehr im Wege. Sehr viele Hotels, Ferienressorts, Vermieter von Ferienhäusern und -wohnungen sowie Campingplätze sind auf Vierbeiner eingestellt. Wer bei der Suche nach einer Unterkunft gezielt darauf achtet, dass Hunde mit von der Partie sein dürfen, wird schnell fündig.

Besonders komfortabel reisen Hunde im Auto, da Tierhalter regelmäßige Pausen einplanen können. Natürlich muss der tierische Partner während der Fahrt korrekt gesichert werden, damit weder für ihn noch für andere Fahrgäste eine Gefahr entsteht. Auch im Zug dürfen Hunde mit auf Reisen gehen. Für ein Ticket ist hier häufig der halbe Fahrpreis fällig. Es gilt grundsätzlich Leinen- und oft auch eine Maulkorbpflicht. Wer mit dem Flugzeug in den Urlaub reist, kann seinen Vierbeiner nur dann mit an Bord nehmen, wenn er sehr klein ist und in eine Transporttasche passt. Die Bestimmungen hier sind von Fluglinie zu Fluglinie unterschiedlich. Ob Zug oder Flugzeug, es ist wichtig, dass sich Reisende frühzeitig über die jeweiligen Bestimmungen informieren.

Checkliste für das tierische Reisegepäck

Bei der Urlaubsvorbereitung sollten Tierhalter unter anderem auch an den Heimtierausweis mit Informationen zu den letzten Impfungen sowie an wichtige Telefonnummern – wie die eines Tierarztes vor Ort oder eines Ansprechpartners der Haftpflichtversicherung – denken. Tierhalter sollten für Ihren Vierbeiner unbedingt eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung abschließen, die auch im Ausland gilt. Zudem sollten Futter und Hygieneartikel, Transportbox, Maulkorb (wenn nötig), Leine, Decke und Spielzeug eingepackt werden. Nicht zu vergessen: die Reiseapotheke mit den Medikamenten, die das Tier benötigt, Mittel gegen Reiseübelkeit und Durchfall, Wund- und Desinfektionsspray sowie Verbandsmaterial.

Damit auf der Reise und am Urlaubsort auch nichts Wichtiges fehlt, bietet TASSO eine Checkliste für das tierische Reisegepäck.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Kontaktloses Bezahlen wird durch Corona zum Standard

6 von 10 wollen auch künftig seltener Bargeld nutzen




Der Boom beim kontaktlosen Bezahlen an der Ladenkasse seit Beginn der Corona-Pandemie setzt sich fort. In den drei Monaten von Februar bis April haben 9 von 10 (85 Prozent) der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger mindestens einmal kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch im Geschäft bezahlt. Zum Ende vergangenen Jahres lag der Anteil noch bei 79 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 

Fast ein Viertel (23 Prozent) zahlt dabei täglich oder mehrmals täglich kontaktlos (von September bis November 2020: 18 Prozent). Noch etwas mehr nutzen kontaktlose Bezahlmöglichkeiten mehrmals die Woche (26 Prozent, 2020: 28 Prozent) oder zumindest einmal die Woche (27 Prozent, 2020: 20 Prozent). „Kontaktloses Bezahlen ist seit Beginn der Corona-Pandemie zum absoluten Standard geworden – und wird das auch bleiben. Es ist bequem, schnell und mit Smartwatch oder Smartphone dank biometrischer Schutzmaßnahmen wie Fingerabdruckscanner besonders sicher“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. 4 von 10 (38 Prozent) Kundinnen und Kunden haben in den vergangenen drei Monaten an der Kasse zu Smartphone oder Smartwatch gegriffen. 7 Prozent bezahlen auf diese Weise sogar täglich oder mehrmals täglich, weitere 5 Prozent mehrmals wöchentlich, 7 Prozent zumindest einmal die Woche. Rund ein Fünftel (19 Prozent) nutzt Smartphone oder Smartwatch an der Kasse seltener.

Mehrheit fordert: Überall muss elektronisches Bezahlen möglich sein

Rund ein Drittel (32 Prozent) gibt dabei an, in der Corona-Pandemie erstmals das kontaktlose Bezahlen ausprobiert zu haben, 10 Prozent haben in der Zeit zum ersten Mal mit Smartphone oder Smartwatch bezahlt. Ein Grund dafür: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) empfindet das kontaktlose Bezahlen hygienischer. Zwei Drittel (69 Prozent) nutzen aus diesem Grund in der Pandemie seltener Bargeld als früher. Und 59 Prozent sind sicher, auch nach der Corona-Pandemie häufiger auf Bargeld zu verzichten. 6 von 10 Befragten (60 Prozent) geben zudem an, dass es sie stört, wenn sie nicht bargeldlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch bezahlen können. Eine Mehrheit von 57 Prozent fordert daher, dass alle Geschäfte gesetzlich verpflichtet werden sollten, neben Bargeldzahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. Rohleder: „Es ist überfällig, dass Kundinnen und Kunden überall echte Wahlfreiheit beim Bezahlen bekommen. Digitales und kontaktloses Bezahlen sollte flächendeckend genauso akzeptiert werden wie Cash.“

Die Veränderungen der Finanzwelt durch die Digitalisierung stehen auch im Mittelpunkt der Digital Finance Conference des Bitkom am 9. und 10. Juni 2021. Mehr als 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich über Themen wie dezentrale Finanz- und Blockchain-Lösungen, digitale Souveränität und Plattformen und Nachhaltigkeit in der Finanzlandschaft austauschen. 

Als Speaker treten u.a. auf Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Bundesbank, Dr Nazim Cetin, CEO von Allianz X, Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär des Bundesfinanzministeriums, Antony Cahill, Managing Director Europe Regions von Visa, und Mirjam Staub-Bisang, Country Head, BlackRock Switzerland. Alle Informationen und die Möglichkeit, sich kostenfrei anzumelden, online unter: finance-conference.berlin

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch zwischen Anfang Februar und Anfang Mai befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Aktivitäten bzw. Handlungen haben Sie in den letzten 3 Monaten unternommen?“ und „Bitte geben Sie an, inwieweit Sie diesen Aussagen zustimmen oder nicht zustimmen?“

Montag, 26. April 2021

DAK-Studie: Homeoffice-Potenzial ist fast ausgeschöpft

Mehr als ein Drittel der Beschäftigten arbeitet regelmäßig im Homeoffice – bei hoher Zufriedenheit und Produktivität




Homeoffice hat sich in der deutschen Arbeitswelt etabliert. Doch ein gewisses Homeoffice-Potenzial bleibt ungenutzt: Fast die Hälfte aller Beschäftigten könnte – von der Tätigkeit her – ganz oder zu einem großen Teil von zu Hause aus arbeiten. Tatsächlich ist aber nur jeder und jede Dritte regelmäßig im Homeoffice aktiv. Einer kleinen Minderheit fehlt die Erlaubnis ihrer Firma und neun Prozent entscheiden sich selbst bewusst dagegen. Gleichzeitig sind Arbeitszufriedenheit und Produktivität im Homeoffice hoch und in den vergangenen Monaten noch gestiegen. Das zeigt die Homeoffice-Studie der DAK-Gesundheit. Die Krankenkasse hat jetzt ein Update zu ihrer Sonderanalyse „Digitalisierung und Homeoffice in der Corona-Krise“ erstellt und dazu ergänzend auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nach ihrer Einschätzung befragt.

Mit dem Update liegt eine einmalige Längsschnittstudie zu Digitalisierung und Homeoffice vor, die den Stand vor Corona, während der ersten sowie vor der dritten Welle miteinander vergleicht. Befragt wurde im Februar 2021 eine für Deutschland repräsentative Stichprobe von über 7.000 Beschäftigten, von denen knapp 5.000 bereits bei den Erhebungen im April/Mai 2020 und im Dezember 2019 dabei waren. Damit sind die Ergebnisse der DAK-Studie in hohem Maße repräsentativ. Sie zeigen auf, dass für die Mehrheit der Beschäftigten die positiven Aspekte des Homeoffice überwiegen. Die durch die Pandemie bedingte Sondersituation, etwa die gleichzeitige Betreuung von Kindern während der Arbeit zu Hause, wird als belastend empfunden, aber als Auswirkung der Krise nicht dem Homeoffice selbst angelastet. Allerdings verfügt eine Minderheit der Befragten über keine besonderen Strategien, um im Homeoffice gut arbeiten zu können. Das Risiko von Überforderung und Überlastung ist hier gegeben.

Homeoffice hat sich in der Arbeitswelt etabliert

Vor der Pandemie waren nur zehn Prozent fast täglich oder zumindest mehrmals pro Woche im Homeoffice. Seit der Corona-Krise hat sich ihr Anteil mehr als verdreifacht: Im Februar 2021 sind 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer regelmäßig von zu Hause aus tätig. Damit ist das Niveau vor der dritten Pandemie-Welle in etwa so hoch wie während der ersten. „Das Homeoffice hat sich in der Arbeitswelt etabliert und kann zu einer Erfolgsgeschichte werden“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Das funktioniert – wie wir sehen – auch ohne gesetzliche Verpflichtung.“

Homeoffice-Potenzial ist fast ausgeschöpft

Von ihrem Tätigkeitsprofil her könnten 45 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach eigener Auskunft zumindest für einen großen Teil ihrer Arbeitszeit ins Homeoffice gehen. Neun Prozent entscheiden sich bewusst dagegen, drei Prozent berichten von einem Verbot ihrer Firma. Von denjenigen, die von sich aus lieber ins Büro gehen, berichten viele von zu viel Ablenkung zu Hause (28 Prozent), dem Unvermögen, sich abzugrenzen (24 Prozent) oder sich allein zu organisieren (17 Prozent). Ein Drittel hat auch mindestens ein Kind unter zwölf Jahren mit – in Corona-Zeiten – eingeschränkter Betreuung durch Kita oder Schule. „Menschen mit potenziell Homeoffice-geeigneten Jobs gehen ins Büro und verzichten aufs mobile Arbeiten, weil sie zu Hause zu wenig Platz haben und vertrauliche Unterlagen nicht einfach auf dem Sofa bearbeiten können“, sagt Andreas Storm. „Keine politisch verordnete Homeoffice-Pflicht kann an der Tatsache etwas ändern, dass sich für einen gewissen Anteil der Beschäftigten das Büro nicht einfach so ins Wohnzimmer verlagern lässt!“

Tatsächlich gibt es nur eine sehr kleine Minderheit, die allein aus eher unbedeutenden Gründen weiter in die Firma fährt. Zu solchen Gründen gehören „gern mal rauskommen“ und „Kollegen sehen“ oder auch als kompliziert empfundene Firmenregeln fürs Homeoffice. „Potenzial für zukünftig noch mehr Arbeit von zu Hause aus sehen wir allein bei einer sehr kleinen Gruppe an Beschäftigten, die unter zwei Prozent in Deutschland ausmacht“, fasst Hans-Dieter Nolting die Studienergebnisse seines IGES-Instituts zusammen.

Produktivität im Homeoffice ist hoch

Grundsätzlich leisten die Beschäftigten im Homeoffice viel. Der Anteil derer, die sich bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden sogar als produktiver empfinden, ist im Verlauf der Corona-Krise noch gestiegen: Er lag im April/Mai 2020 bei 57 Prozent und im Februar 2021 bei 63 Prozent. Auch die Arbeitgeber halten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Hause im Großen und Ganzen für ebenso produktiv wie im Büro. In mittelständischen und großen Unternehmen ist Homeoffice deutlich verbreiteter als in Kleinbetrieben. Großbetriebe stellen ihren Beschäftigten auch mehrheitlich passende Arbeitsmittel wie Laptop, Monitor, Tastatur oder sogar Büromöbel ins Heim.

Arbeitszufriedenheit und Work-Life-Balance weiterhin hoch

Das Update der DAK-Studie zeigt, dass die Beschäftigten auch nach Monaten im Homeoffice weiterhin sehr zufrieden sind. Die Arbeitszufriedenheit ist im Februar 2021 sogar noch gestiegen. Die große Mehrheit (72 Prozent) kann zudem Beruf und Familie gut miteinander vereinbaren. Im Verlauf der Corona-Krise hat auch hier der Anteil derjenigen, die Vorteile für sich wahrnehmen, zugenommen (plus sechs Prozentpunkte).

Risiko der Über- und Fehlbelastung durch das Homeoffice

Insgesamt haben die Menschen mittlerweile viel digitale Erfahrung gesammelt und besitzen nach eigener Einschätzung mehrheitlich eine gute Kompetenz für das Homeoffice. Sie verfügen über Strategien, die ihnen helfen, gut von zu Hause aus zu arbeiten: Sie geben ihrem Arbeitstag eine klare Zeitstruktur, legen Beginn und Arbeitsende klar fest, richten sich Pausen ein und halten virtuell persönlichen Kontakt mit ihrem Team. Allerdings zeigt die Studie auch, dass eine Minderheit von vier Prozent über keine einzige der genannten Strategien verfügt. Auch wenn parallel zur Homearbeit Kinder zu betreuen sind, ist es für die Betroffenen schwerer. 44 Prozent der Beschäftigten mit Kind unter zwölf Jahren sagen, sie seien häufig abgelenkt. Und die große Mehrheit bekommt von ihrer Firma nur einen Laptop und hat deshalb daheim eine ergonomisch unzureichende Ausstattung. „Wenn Beschäftigte im Homeoffice regelmäßig über ihre Grenzen gehen, besteht langfristig das Risiko einer Über- und Fehlbelastung. Es muss für Arbeitgeber ein Warnsignal sein, wenn sich zum Beispiel die Überstunden häufen“, sagt Andreas Storm. „Hier sind auch die Arbeitgeber in der Fürsorgepflicht.“ Tatsächlich bietet bisher nur eine Minderheit der Firmen (13 Prozent) Schulungen zur Arbeit im Homeoffice an, bei denen auch gesundes Selbstmanagement Thema sein müsste.

Online-Angebot zum gesunden Arbeiten im Homeoffice

Unter dem Eindruck der Veränderungen hat die DAK-Gesundheit ihre Online-Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung erweitert. Sie bietet Firmen Online-Workshops und -Schulungen für ihre Mitarbeiter an, die gesundes Arbeiten im Homeoffice unterstützen. Ein Teil der Angebote ist für Versicherte aller Krankenkassen kostenfrei zugänglich. Weitere Informationen zum Homeoffice und zur aktuellen Studie veröffentlicht die Krankenkasse unter: www.dak.de/homeoffice

Die DAK-Gesundheit ist mit rund 5,6 Millionen Versicherten die drittgrößte gesetzliche Krankenkassen Deutschlands.

Samstag, 6. März 2021

Wie können Familienunternehmen den technologischen Wandel für sich nutzbar machen?

Neuer Praxisleitfaden des Wittener Instituts für Familienunternehmen

Die öffentliche Debatte zur Digitalisierung und digitalen Transformation fokussiert sich allzu oft auf rein technologische Aspekte. Der „digitalen Revolution“ liegt allerdings ein allumfassender sozioökonomischer Strukturwandel zugrunde: die Entwicklung der Industrie- zur Wissensgesellschaft. 

Welche Folgen hat dieser Paradigmenwechsel für Wirtschaft und Gesellschaft? Welche Konsequenzen und Herausforderungen ergeben sich daraus speziell für Familienunternehmen? Was können Familienunternehmerinnen und -unternehmer konkret tun, um diese Herausforderungen zu meistern und die mit dem Strukturwandel verbundenen Chancen zu nutzen? 

Diesen und weiteren Fragen widmet sich der aktuelle WIFU-Praxisleitfaden „Familienunternehmen in der digitalen Transformation – Herausforderungen und Erfolgsfaktoren“. 

Die Lektüre macht deutlich, dass sich die für Familienunternehmen typischen traditionellen Verhaltensweisen auch im digitalen Zeitalter als Vorteil erweisen können, und zwar dann, wenn diese mit neuen Fähigkeiten und Fertigkeiten kombiniert werden. Hierzu zählen die Autoren insbesondere solche Fähigkeiten, die es Mitgliedern von Familienunternehmen ermöglichen, sich neues Wissen anzueignen und darauf basierend etwa neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Darüber hinaus geht es aber auch um die Fähigkeit zur Gefahrenabwehr, indem die organisationale Widerstandskraft des Familienunternehmens gegenüber äußeren Einflüssen gesteigert wird.


„Uns ist es wichtig, Familienunternehmerinnen und -unternehmern nicht nur den Blick auf das große Ganze zu vermitteln, sondern daraus konkret bearbeitbare Kernfragen abzuleiten, die in Familie und Unternehmen bearbeitet werden können“, so Prof. Dr. Marcel Hülsbeck, Co-Autor des Leitfadens und Professor an der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft an der Uni Witten/Herdecke. „Die nächste Generation spielt eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation von Familienunternehmen und unser Praxisleitfaden dient als Hilfestellung für Unternehmerfamilien, dass diese noch besser über Generationen hinweg voneinander und miteinander lernen können“, ergänzt Dr. Leopold von Schlenk-Barnsdorf, ebenfalls Co-Autor.


Alle WIFU-Praxisleitfäden stehen auf der Homepage des WIFU (www.wifu.de/bibliothek) kostenlos zur Verfügung.

Mittwoch, 6. Januar 2021

Was wird 2021 anders? Wichtige Änderungen im Überblick

Gut für Familien

Foto: djd/BVR/Getty Images/Geber86


Familien dürfen sich freuen: Kindergeld und Kinderfreibeträge werden 2021 erhöht,
beim Elterngeld gibt es flexiblere Regeln.

 

(djd). Corona bestimmt auch zum Jahreswechsel die Schlagzeilen weltweit. Der deutsche Staat wird im kommenden Jahr vielen Betrieben unter die Arme greifen müssen, Art und Umfang der Hilfen hängen vom Fortgang der Pandemie ab. Aber auch ganz unabhängig von Corona ändert sich 2021 einiges, der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hat wichtige Neuerungen zusammengestellt.

Kindergeld wird erhöht

Ab dem neuen Jahr steigt das Kindergeld um jeweils 15 Euro auf 219 Euro für das erste und zweite Kind, auf 225 Euro für das dritte sowie auf 250 Euro für das vierte und jedes weitere Kind. Der Kinderfreibetrag pro Elternteil beträgt nun 2.730 Euro. Das sind 144 Euro mehr. Der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf beläuft sich auf 1.464 Euro pro Elternteil.

Neue Elterngeld- und Elternzeit-Regeln

Beim Elterngeld wird der sogenannte Partnerschaftsbonus neu geregelt. Eltern erhalten ihn, wenn beide parallel in Teilzeit arbeiten. Künftig können Eltern die Bezugsdauer flexibel zwischen zwei und vier Monaten wählen. Bisher galt eine feste Bezugsdauer von vier Monaten. Zudem wird der Stundenkorridor, in dem Eltern neben dem Bezug von Elterngeld arbeiten können, auf 24 bis 32 Stunden erweitert, bisher waren es 25 bis 30 Stunden.

Neue Grundrente tritt in Kraft

Anspruchsberechtigt für die neue Grundrente ist, wer mindestens 33 Jahre lang gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt hat, aber im Durchschnitt wenig verdient hat – über die gesamte Zeit höchstens 80 Prozent des Jahresdurchschnittsverdienstes. Diese Personen – rund 1,3 Millionen Menschen – erhalten damit einen Zuschlag auf ihre Rente. Er beträgt bis zu 418 Euro im Monat. Ob ein Anspruch auf Grundrente besteht, wird automatisch geprüft.

Beim Online-Einkauf: starke Kundenauthentifizierung erforderlich

Wer beim Online-Shopping mit seiner Mastercard oder Visa-Karte bezahlen will, muss künftig registriert sein. Um Zahlungen noch stärker zu schützen, erhalten Kunden beim Online-Einkauf mit ihrer Kreditkarte eine Nachricht mit den Transaktionsdaten über eine App oder per SMS inklusive der individuellen TAN aufs Smartphone. Die Registrierung erfolgt einfach und kostenlos etwa über die Webseite der Volksbank oder Raiffeisenbank vor Ort oder unter www.sicher-online-einkaufen.de.

Immobilienverkauf: Maklerkosten werden geteilt

Verkäufer einer Immobilie, die einen Makler beauftragen, müssen die Kosten dafür künftig mittragen. Dies regelt das neue Gesetz zur Maklerprovision. Käufer brauchen demnach nur noch maximal die Hälfte der Maklerkosten zu übernehmen.